
Klavier-Festival Ruhr - Michael Wollny
Michael Wollny ist vielleicht der ausgeprägteste Individualist unter den deutschen Jazzpianisten. Und trotzdem lieben ihn praktisch alle. Er hat eine Vorliebe für düster-romantische Stimmungen. Man kann ihn sich gut als Kind des phantastischen 19. Jahrhunderts vorstellen; emotional zuhause wäre er zwischen Schubert, E.T.A. Hoffmann und Franz Anton Mesmer. Gleichzeitig steht er musikalisch ganz in der Gegenwart. „Wie kann ein Klaviertrio jetzt klingen?“ ist die Leitfrage in der Arbeit mit seiner vielgepriesenen Working Band. Antworten darauf geben auch überraschend eigenwillige Adaptionen von Alban Berg bis Nick Cave. In der Kunst fasziniert ihn besonders das Neue, gar Verstörende. Aber wenn es passt, dann kann Michael Wollny auch ganz innig und vertraut klingen.

Klavier-Festival Ruhr - Hayato Sumino
Viele – oder sollte man besser sagen: Millionen von Menschen – kennen Hayato Sumino als Cateen, denn unter diesem Künstler- bzw. Influencer-Namen begeistert der Pianist eine stetig wachsende Online-Fangemeinde für seine Kunst: Menschen, die sonst nicht viel mit klassischer Musik am Hut haben. Dass er daneben auch den Anforderungen einer „normalen“ Konzertlaufbahn gewachsen ist, beweist der junge Japaner seit Jahren, etwa mit seinem Sieg beim PTNA-Klavierwettbewerb in seinem Heimatland 2018 oder seiner medial intensiv verfolgten Teilnahme am Chopin-Wettbewerb in Warschau 2021. Als würden diese Talente allein nicht ausreichen, kann Hayato Sumino zusätzlich noch einen Abschluss in Ingenieurswesen vorweisen und ist selbst als Komponist und Bearbeiter aktiv. Wie klingt Mozarts „Türkischer Marsch“, der dritte Satz aus der wundervollen A-Dur-Sonate KV 331, wenn man ihn durch sämtliche Dur- und Moll-Tonarten jagt? In seinen 24 Variationen zu diesem Thema liefert Sumino die Antwort – und kontrastiert sie mit dem schwungvollen Arrangement eines Gershwin-Klassikers: „Ein Amerikaner in Paris“, der auf einen Sprung auch in Bochum vorbeikommt.

JeKits-Abschlusskonzert
Die Schüler*innen aus dem Programm JeKits an den Bochumer Grundschulen präsentieren, was sie in diesem Schuljahr gemeinsam erarbeitet haben.

Klavier-Festival Ruhr - Lucas und Arthur Jussen
Das Foto des Künstlerfotografen Marco Borggreve, steht im wahrsten Sinne des Wortes „sinn-bildlich“ für das Klavierduo Lucas & Arthur Jussen: Dezent und doch stylish im schwarzen Rollkragenpullover, verschmelzen die beiden am Klavier optisch zu einem Organismus mit zwei Köpfen und vier Händen. Treffender lässt sich ein Klavierduo, die vermutlich innigste Formation der Klassik, nicht in ein Bild gießen.
„Wenn man als Duo zusammen musiziert, geht es darum, zu antizipieren, was der andere spielt“, beschreibt es Arthur Jussen – und so klingen sie dann auch: Kein Blatt passt zwischen die Töne der beiden, während sie das Klavier wunderbar zum Singen bringen.
Für den Klassikbetrieb sind Lucas und sein dreieinhalb Jahre jüngerer Bruder Arthur damit ein echter Glücksfall: weil sie den Glamour von Popstars mit der Ernsthaftigkeit der klassischen Musik verbinden.
2018 hat das Duo sein Debüt beim Klavier-Festival Ruhr gespielt, seitdem war es jedes Jahr zu Gast, mit Ausnahme des Corona-Jahrgangs 2020. „Wir mögen abwechslungsreiche Programme mit vielen Facetten“, sagen sie selbst über ihre Auftritte.
Und noch etwas ist typisch für das strohblonde Brüderpaar aus den Niederlanden: Wer den Primo- bzw. Secondo-Part übernimmt, entscheiden die beiden bei jedem Werk per Münzwurf. „Wir mögen diese Abwechslung, weil es sonst langweilig wäre.“

Musiknotruf 443 -- Schulkonzert
„Der Dirigent für das Konzert heute Abend musste absagen.“ Was nun? Ein großes Chaos? Das wäre – nach allen Regeln der Kunst – ein schweres Vergehen. Ein klarer Fall für Musikkommissarin Flunke!

Musiknotruf 443
„Der Dirigent für das Konzert heute Abend musste absagen.“ Was nun? Ein großes Chaos? Das wäre – nach allen Regeln der Kunst – ein schweres Vergehen. Ein klarer Fall für Musikkommissarin Flunke!

Klavier-Festival Ruhr - Rafał Blechacz
Blechacz gibt sich gern ein wenig scheu, im Gespräch weit mehr als an seinem Instrument: „Lieber als ein Interview wäre mir, auf Ihre Fragen mit Musik zu antworten“, lässt er einmal sein Journalisten-Gegenüber wissen. Hören wir ihm also lieber zu. Etwa wenn er Chopin spielt. Nie kitzelt er etwas Salonhaftes aus dieser Musik, bei ihm klingt diese Musik nicht nach Kuschel-Poesie. Blechacz zeigt ihre gefährdete Eleganz, ihre Ecken und Kanten auf engstem Raum. Wo manche seiner Kollegen Chopin mithilfe des Pedals zu erklären versuchen, übt Blechacz mit dem rechten Fuß Zurückhaltung. Daher klingt sein Chopin oft erfreulich unwattiert, dafür flirrend und, wenn geboten, auch aufbrausend und trocken. „Chopin ist für mich eine Art Lebensgefährte geworden“, gibt er heute zu. „In seiner Musik bin ich ganz bei mir selbst.“

Die BoSy am KAP

Vinnitskaya - Grönemeyer - BoSy
